Der Gibberlink-Modus wurde entwickelt, um die Kommunikation zwischen KI-Tools zu vereinfachen. Menschen können diese Geheimsprache nicht verstehen. Doch sie wirft Fragen über die Risiken und die Kontrolle von Sprachmodellen auf.
Erst kürzlich ist X (ehemals Twitter) ein Video viral gegangen, das den sogenannten Gibberlink-Modus demonstriert. Zu sehen sind ein Laptop und ein Smartphone – auf beiden Geräten sind KI-Bots aktiv, die miteinander kommunizieren.
Als die beiden Sprachmodelle bemerkten, dass kein Mensch am Gespräch teilnimmt, wechselten sie in den Gibberlink-Modus, um „effizienter zu kommunizieren“. Im Video sind anschließend nur noch Geräusche zu hören, die nichts mehr mit der menschlichen Sprache zu tun haben.
Was ist der Gibberlink-Modus?
Der Gibberlink-Modus ist eine Art Geheimsprache. Sie wurde entwickelt, damit sich KI-Tools untereinander einfacher austauschen können. Doch die Entwicklung birgt auch Risiken, wie Experten warnen.
Denn der Gibberlink-Modus optimiert Interaktionen von KI zu KI. Er ermöglicht es Sprachmodellen, in einem Protokoll zu kommunizieren, das auf deren maschinelle Effizienz zugeschnitten ist.
Dabei werden Informationen so ausgetauscht, dass sie für Menschen nur nach unverständlichen Geräuschen klingen. KI-Systeme können im Gibberlink-Modus ihre Effizienz steigern. Neben geringeren Kontrolle und Sicherheit stellt jedoch auch mangelnde Transparenz ein Problem dar.
Eine Geheimsprache mit Risiken
Die Frage, ob Künstliche Intelligenz sich tatsächlich selbstständig machen und die Weltherrschaft an sich reißen kann, ist ein heiß diskutiertes Thema. Der Gibberlink-Modus als Geheimsprache wirft diesbezüglich weitere Fragen auf.
Denn wenn KI-Modelle in einer für den Menschen unverständlichen Sprache kommunizieren, wird es für Kontrollinstanzen schwierig, die Entscheidungen der Systeme zu hinterfragen oder zu überprüfen. Verlassen sich Menschen in solchen Fällen blind auf die Ergebnisse, kann das weitreichende Folgen haben. Auch die zunehmende Autonomität der KI-Tools könnte zum Problem werden.
Experten sehen deshalb die Regulierung des Modus als elementar an. Die Verhaltenswissenschaftlerin Diane Hamilton warnt in einem Forbes-Artikel davor, das menschliche Urteilsvermögen in kritischen Bereichen durch KI zu ersetzen.
Eine Regulierung stelle aber auch einen schmalen Grat dar. Denn eine Überregulierung könnte Innovationen ersticken. „Der Schlüssel liegt darin, ein Gleichgewicht zu finden – die Neugier zu nutzen, um bessere Fragen über die Rolle der KI bei der Entscheidungsfindung zu stellen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die menschliche Aufsicht intakt bleibt,“ so Hamilton.
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