Ganz ehrlich: Könnt ihr euch vorstellen, in einem Auto zu sitzen, das kein Lenkrad und keine Pedale hat? Ihr sitzt da drin und vertraut nicht etwa einem Taxifahrer oder als Beifahrer eurer Freundin, sondern nur einem technischen Gerät, das dazu gebaut wurde, euch sicher von A nach B zu transportieren? Ich bin ehrlich: Noch kann ich mir das nicht vorstellen. Vermutlich aber auch deshalb nicht, weil man noch keine Möglichkeiten hatte, mal Vertrauen zu fassen.
Wie denn auch, die Self Driving Cars von Google fahren aktuell nur auf abgesperrten Testplätzen oder – zu PR-Zwecken – mal über einen Parkplatz. Vom richtigen Straßenverkehr und alltagstauglicher Reife sind sie dann doch noch ein paar Jahre entfernt. Ebenso die Regierungen, die an Zulassungen für die fahrerlosen Autos tüfteln müssten. Erste US-Staaten, darunter Kalifornien, Florida und Nevada, haben selbstfahrende Fahrzeuge allerdings bereits 2012 für den Straßenverkehr zugelassen.
Bis zu 16 km/h zu schnell
Die Meldung, die gestern per Reuters die Runde machte, führt dann übrigens auch nicht unbedingt dazu, dass man jetzt schon ausuferndes Vertrauen zu dem Ding entwickeln würde. Darin war nämlich die Rede davon, dass Googles Self Driving Car auch gut und gerne mal zu schnell fährt. Google-Manager Dmitri Dolgov zufolge aber nur dann, wenn es der Sicherheit des Fahrers dient.
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Das bedeutet: Wenn in der Umgebung, also vor, hinter und/oder neben dem Self Driving Car alle Autos zu schnell fahren, wird das Auto auch beschleunigen, um sich anzupassen und den Verkehrsfluss zu optimieren. Laut Google sei das sicherer, als sich als einziger an die Regeln zu halten. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit kann dann um bis zu 16 km/h überschritten werden.
35 Euro innerhalb Ortschaften
Ein Blick in den Bußgeldkatalog zeigt: Außerhalb geschlossener Ortschaften werden für eine Überschreitung von 16 km/h immerhin 30 Euro fällig, innerhalb 35 Euro. Die Frage ist: Wer haftet dann dafür? Im Zweifel wohl man selbst, wobei auch die Rolle von Blitzern in einer (Straßenverkehrs-)Welt mit komplett selbst fahrenden und untereinander kommunizierenden Autos durchaus überdacht werden kann.
Ich bin noch nicht sicher, ob ich in einem Auto sitzen möchte, das mir jegliche Autonomie abspricht, das mich nicht mehr meine eigenen Entscheidungen treffen lässt. Aber vielleicht bin ich da auch sehr speziell, selbst einem praktischen Tempomat begegne ich eher skeptisch. Möglicherweise habe ich aber früher auch einfach zu viel „Transformers“ geschaut.
Bild: Google
Es gab da anfang des Monats einen sehr interessanten Artikel zu dem Thema. Wie geht man mit dem folgenden Szenario um:
Das Auto fährt auf einer engen, einspurigen Bergstrasse auf einen sehr engen Tunneleingang zu. Kurz bevor es da ist, überquert ein Kind die Straße und stolpert mittig auf dem Weg. Der Tunneleingang ist damit Blockiert.
Das Auto hat zwei Möglichkeiten: Es überfährt und tötet das Kind, oder es weicht aus – in die Wand auf einer Seite neben dem Tunnel – und tötet dabei den Fahrer.
Hier der ganze Artikel mit den Überlegungen dazu: http://theconversation.com/should-your-robot-driver-kill-you-to-save-a-childs-life-29926
Spannendes Thema, ich hätte gerne ein selbstfahrendes Modell. Allerdings währe es schön wenn man trotzdem noch eingreifen kann
Hallo Tobias,
danke für die interessante Meldung!
Das Thema wird nicht wenige interessieren (Google, Auto, Selbstfahrende Fahrzeuge jetzt schon?), deshalb freut es mich immer wieder, etwas neues darüber zu lesen. Deshalb bin ich aber auch etwas enttäuscht, weil der Artikel m.M. nach kaum tiefer auf das Thema eingeht und „nur“ ein bisschen persönliche Meinung dabei hat.
Ihr seid aber auch kein Nachrichtenjournal, sondern ein Blog, bei dem das besondere ja die persönliche Meinung ist.
Ich habe also durch eure oftmals ausführlichen Beiträge ein sehr gutes Bild von euch und deshalb auch erhöhte Anforderungen an den Blog.
Habt ihr für euch eine Wusnchaufteilung bei den Artikeln?
67% Artikel als Meldung + eigene Meinung
33% Artikel als Meldung + eigene Meinung + technischer stärkerer Tiefgang?
Viele Grüße
Jürgen
Ich könnte mich irgendwie nicht daran gewöhnen nicht selber am Steuer zu sitzen.
Aber gerade für Familien sehe ich Vorteile. So weiß man immerhin, dass der Sohn oder die Tochter, wenn auch vielleicht angetrunken, noch sicher nach Hause kommt. Oder man kann sie oder ihn „zur Schule fahren lassen“ wenn die Bahn mal ausfällt usw.
In England sind die Autos an 2015 erlaubt.
Und so nebenbei die Autos fahren seit 2013 auf öffentlichen Straßen. mittlerweile über eine Million Kilometer. Haben ändert bis jetzt alle einen Fahrer der eingreifen kann. So mit Lenkrad. Bis jetzt würde es noch nie benutzt.
[…] Achtung, Blitzer! Googles Self Driving Car gibt auch mal zu viel Gas – wenn es denn sein mu… Selbstfahrende Autos geben auch mal mehr Gas – wenn es die Sicherheit erfordert. Das leuchtet mir ein. Dass in dem Artikel unter anderem mit Bußgeldern und Verantwortlichkeiten (so irgendwie) gegen autonome Autos argumentiert wird, zeigt mir aber, wie weit wir als Gesellschaft noch davon entfernt sind, Technik zu vertrauen. Tatsächlich reden wir hier über Übergangsprobleme. Haben sich autonome Fahrzeuge erst einmal durchgesetzt, sieht die Welt anders aus und das steht auch im Artikel in einem Nebensatz versteckt: „(…) wobei auch die Rolle von Blitzern in einer (Straßenverkehrs-)Welt mit komplett selbst fahrenden und untereinander kommunizierenden Autos durchaus überdacht werden kann.“ Es ist nämlich so, dass in einem System, in dem alle Autos ohne menschlichen Eingriff fahren und sowohl untereinander, als auch mit der Außenwelt kommunizieren, keine Verkehrsregeln mehr benötigt werden. Keine Schilder, keine Ampeln, keine Bußgelder. Das selbstfahrende Auto muss nicht reguliert werden, weil es dem Menschen und seiner Umwelt nicht schaden kann. […]
[…] wird in der Automobilindustrie und bei Google ge–for–scht, um autonomes Fahren von Kraftfahrzeugen zu ermöglichen. Ziel ist es, dass in […]